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Diskommunismus
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Autor: Bwana Honolulu [ 9. Nov 2018, 13:59 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

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Autor: Cpt. Bucky Saia [ 26. Nov 2018, 20:54 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

Bezüglich der Diskussion im DF ist mir heute eingefallen das man den Begriff "notwendig falsches Bewußtsein" im Diskommunismus vieleicht besser mit "notwendig destruktives Bewusstsein" umschreibt.

Autor: fehlgeleitet [ 27. Nov 2018, 12:30 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

oder ein "notwendig chaotisches Bewußtsein"?

Autor: Cpt. Bucky Saia [ 27. Nov 2018, 13:11 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

Hmmm ne kp macht irgendwie keinen sinn. Ich finde jetzt das von Marx bezeichnete notwendige falsche Bewußtsein nicht wirklich chaotisch

Autor: Bwana Honolulu [ 27. Nov 2018, 14:01 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

"Notwendig rivalistisch-destruktiv konfigurierter Realitätstunnel"? :kombiniere:

Ich hab' halt noch so'n bißchen meine Schwierigkeiten mit der marxistischen Philosophie in dieser Hinsicht, weil es mir immer so scheint, als sei das, was sie als "falsch" definiert, der subjektive Aspekt an sich ist... aber ich halte rein objektives Bewusstsein halt nicht für wirklich möglich. :kp: Oder umgekehrt gefragt: Was wäre denn ein "richtiges Bewusstsein"?

Autor: Cpt. Bucky Saia [ 27. Nov 2018, 19:01 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

So ähnlich hatte ich im DF auch schon argumentiert ...
Zitat:
Ich möchte auch gar nicht zu sehr auf en Begriff des "notwendig falschen Bewusstseins" eingehen nur soviel das in Bewusstsein eben schon alles drinsteckt was die Aussage ausmacht. Man muß sich nämlich erstmal Bewusst werden. Das heißt sich im klaren darüber sein was passiert und wie man selbst bestandteil dieser Verkettung ist. Erst dann kann sich ein Bewusstsein entwickeln egal ob "richtig" oder "falsch". Dies sind jedoch selbst nur 2 subjektive Begriffe die nur von einem bestimmten Standpunkt aus funktionieren. Wenn du also das "notwendige falsche Bewusstsein" ansprichst dann tust du das in diesme Kontext immer vom marxistischen subjektiven Standpunkt aus. Was nichts anderes heißt als das alles was nicht dem Grundgedanken des Marxismus entspricht einfach nur falsch sein kann.

Was mir also in der Rechnung fehlt ist die Antwort auf die Frage ob die Mehrheit überhaupt ein Bewusstsein dafür hat das ihr handeln nach Marx falsch ist wobei dann wiederrum die frage zu klären wäre ob das Marxistische Weltbild das einzig richtige ist. Ich zweifel daran.

Autor: Tarvoc [ 8. Jan 2019, 16:45 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

Der Begriff des "falschen Bewusstseins" ist kein Marxscher. Du wirst ihn bei Marx nicht finden.

Darüber hinaus zeugt das gegen Marx gerichtete Argument, "dass man sich überhaupt erstmal bewusst werden müsste, ob nun richtig oder falsch" von einer Unkenntnis davon, was Marx überhaupt "Bewusstsein" nennt:

Jetzt erst, nachdem wir bereits vier Momente, vier Seiten der ursprünglichen, geschichtlichen Verhältnisse betrachtet haben, finden wir, daß der Mensch auch "Bewußtsein" hat. Aber auch dies nicht von vornherein, als "reines" Bewußtsein. Der "Geist" hat von vornherein den Fluch an sich, mit der Materie "behaftet" zu sein, die hier in der Form von bewegten Luftschichten, Tönen, kurz der Sprache auftritt. Die Sprache ist so alt wie das Bewußtsein - die Sprache ist das praktische, auch für andre Menschen existierende, also auch für mich selbst erst existierende wirkliche Bewußtsein, und die Sprache entsteht, wie das Bewußtsein, erst aus dem Bedürfnis, der Notdurft des Verkehrs mit andern Menschen.

MEW 3, S. 30-31. (Die Idee dazu hat er übrigens von Otto Friedrich Gruppe geklaut.)

Die meisten erwachsenen Menschen sind mindestens ihrer eigenen Muttersprache weitestgehend mächtig.

Autor: Cpt. Bucky Saia [ 15. Apr 2019, 17:38 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

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Autor: Bwana Honolulu [ 15. Apr 2019, 19:52 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

:schumi:

Autor: fehlgeleitet [ 10. Sep 2019, 22:56 ]
Betreff des Beitrags: Re: Diskommunismus

:atomrofl:

SNAFU IN ACTION

Wenn der Kulla nicht so ein Arschloch wär, würde ich es ihm schicken.

Dillmann hat geschrieben:
Mao interpretierte die Politik seiner KP als unbegründete, "kleinbürgerlich-übervorsichtige" Fesselung der Massen, dessen Bewußtsein längst weiterentwickelt sei als ihre kommunistischen Führer es wahr haben wollen. Einen Anhaltspunkt findet er dabei in den permanenten Erfolgsmeldungen, die der Partei aus den Dröfern und Betrieben zufließen. Zwischen Parteiführung und Produzenten steht die Riege örtlicher Funktionäre und Parteikader, die "nach unten" vermitteln muss, was an wachsenden Ansprüchen festgelegt wird und mit welchen Mitteln diese Ziele umgesetzt werden sollen. "Nach oben" wollen und sollen diese Aktivisten einen möglichst vollständigen und unproblematischen Vollzug melden - was in vielen Fällen zur sachlichen Übertreibung führt, etwa im Hinblick auf die sozialistische Einstellung der Bauern oder angeblich erreichte Erntemengen. Sonderlich sachlich scheint es dabei auf keiner Ebene, die mit Planung und Umsetzung ökonomischer Vorgänge befasst war, zugegangen zu sein. Die zum Teil aus Opportunitätsdenken gegenüber den nächst höheren Ämtern, zum Teil aus naiver Begeisterung für die Erfolge des Sozialismus geborene, weit verbreitete Unsitte, Planergebnisse zu übertreiben, befördert beim Parteivorsitzenden die Vorstellung, dass das Land sich mit ungeheurer Geschwindigkeit entwickelt - schließlich hat er sowieso die Einstellung, dass das sowieso so sein muss.


Das veranlasste Mao zum großen Sprung nach vorn, der 20 Millionen das Leben kosten sollte. :-/

Ok, dass ist nicht mehr lustig, aber bla. :facepicard:

Wenn man sich mal mit dem befasst, was der Moralismus von Lenin bis Mao so alles angerichtet hat, so möchte man fast meinen, dass eine Möglichkeit des Antikommunismus die verfälschende Vereinnahmung von Marx ist, wohingegen heutzutage das totschweigen präferiert wird.
Gut, Lenin hat die Revolution nicht lange genug überlebt um da ein Urteil zu fällen, aber sowohl die SU als auch China haben jeweils eine Mischung aus Nationalismus und Sozialismus betrieben, und beide Male wurde irgendwann der Sozialismus dem Nationalismus geopfert. Eine ganz ähnliche Geschichte durchlebte die Sozialdemokratie.

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